Eine der größten europäischen Marken, der deutsche Konzern Henkel, hat wie viele andere internationale Unternehmen seinen Rückzug vom russischen Markt angekündigt.
Letzten Monat gab ein Unternehmenssprecher bekannt, dass die Geschäftstätigkeit in Russland – wenn auch mit Einschränkungen – fortgesetzt werde. Aktuell gibt es Informationen, dass sich das Unternehmen 2023 definitiv vom russischen Markt zurückziehen wird. Die Umsetzung dieser Entscheidung wird Zeit in Anspruch nehmen, die Mitarbeiter werden jedoch weiterhin bezahlt, und Henkel-Produkte bleiben in russischen Geschäften erhältlich.
Was produziert Henkel?
Im April dieses Jahres wurde bekannt gegeben, dass das Unternehmen aufgrund von Sanktionen den russischen Markt im Jahr 2023 verlassen wird. Am 19. April dieses Jahres wurde diese Information auf der offiziellen Website des Unternehmens veröffentlicht.
Henkel ist ein weltweit führender Hersteller von Haushalts- und Industriechemikalien sowie Kosmetika. Das Unternehmen gehört außerdem zu einem Konzern, der Baustoffe für den Weltmarkt liefert.
Henkels Produktpalette ist sehr umfangreich. Das Unternehmen umfasst Geschäftsbereiche, die sich auf die Herstellung verschiedenster Wasch- und Reinigungsmittel spezialisiert haben. Zu Henkel gehören nicht nur internationale Marken (wie Schwarzkopf oder Syoss), sondern auch bekannte Namen wie Laska, Losk, Moment Kleber, Persil, Pril, Fa und andere.
Die Bedeutung von Henkel auf dem russischen Markt
Das Unternehmen ist seit 1990 auf dem russischen Markt tätig und konnte seinen Umsatz und seine Produktion kontinuierlich steigern. Im Jahr 2022 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro. Darüber hinaus beschäftigt es 52.000 Mitarbeiter in seinen elf russischen Werken.
Im Vergleich zu anderen Unternehmen, die den russischen Markt verlassen haben, zeichnet sich Henkel dadurch aus, dass es über eigene Produktionsstätten in Russland verfügt und nicht nur Einzelhandels- und Büroausstattung herstellt.
In der am 19. April abgegebenen Erklärung hieß es, dass das Unternehmen keine Geschäfte mehr in unserem Land tätigen werde, es wurde jedoch nichts über Einschränkungen gesagt.
Die Vorbereitungen zur Umsetzung dieser Entscheidung laufen derzeit auf Hochtouren. Das Unternehmen arbeitet mit russischen Experten zusammen, um verschiedene operative Fragen und Details zu klären. Zweieinhalbtausend Henkel-Mitarbeiter sind weiterhin in Russland tätig und erhalten ihre Gehälter. Die Entscheidung basiert auf einer Analyse der aktuellen politischen Lage. In der Erklärung wurde keine Rückkehr auf den russischen Markt erwähnt.
Was wird nach Aufhebung der antirussischen Sanktionen geschehen?
Bislang liegen keine Informationen über eine Rückkehr dieses bekannten Unternehmens auf unseren Markt vor. Die Erklärung ist zwar kategorisch, doch manche vermuten, es handele sich lediglich um einen taktischen Schachzug, um Reputationsschäden zu vermeiden. Es sei darauf hingewiesen, dass die Unternehmensleitung die in der russischen Staatsduma diskutierten Vorschläge zur Verabschiedung von Gesetzen zur Verstaatlichung der Vermögenswerte ausländischer Unternehmen, die Sanktionen gegen Russland unterstützt haben, genau kennt.
Viele ausländische Unternehmen haben derzeit Schwierigkeiten, den russischen Markt zu verlassen und ihre Geschäftstätigkeit rechtlich abzusichern. Zu den erwogenen Optionen gehören die Einrichtung einer Treuhandverwaltung oder der Verkauf der Unternehmen mit der Option auf einen späteren Rückkauf.
Da sich das Unternehmen das Recht vorbehält, die Entwicklung der Situation in Russland zu beobachten, ist davon auszugehen, dass die Entscheidung noch geändert werden kann.
Womit kann ich Henkel ersetzen?
Russische Hersteller sind sich der Bedeutung globaler Marken wie Henkel und Procter & Gamble bewusst und betonen, dass deren Weggang die russische Kundschaft nicht ohne vergleichbare Produkte zurücklassen wird. Wie es so schön heißt: „Die Natur verabscheut ein Vakuum.“ Diese Marktlücke wird von einheimischen Produzenten gefüllt werden. Vielleicht nicht sofort, aber die Produktpalette wird sich erweitern und qualitativ den ausländischen Produkten in nichts nachstehen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass es einige Zeit dauern wird, Waren von ausländischen Herstellern zu ersetzen, die sich geweigert haben, mit Russland zusammenzuarbeiten.
Für die Herstellung von Kosmetika und Haushaltschemikalien werden in Russland nicht verfügbare Rohstoffe aus Indien und China bezogen. Dies ist eine Frage der Kosten, des Zeitaufwands und der Logistik. Natürlich müssen wir am Aufbau einer eigenen Rohstoffbasis arbeiten, aber das wird Jahre, nicht Monate dauern. Die aktuelle Situation in Russland bietet den heimischen Herstellern, die bisher im Schatten des deutschen Konzerns standen, eine echte Chance, ein neues Entwicklungsniveau zu erreichen.
Abschluss
Da sich internationale Marken vom russischen Markt zurückziehen, werden unsere Landsleute nicht ohne Haushaltschemikalien dastehen. Selbst wenn bekannte Waschmittel- oder Klebstoffmarken aus den Regalen verschwinden, werden sie durch gleichwertige, im Inland hergestellte Produkte ersetzt. Diese Entwicklung kann als Kritik an den zuständigen Behörden verstanden werden, die zugelassen haben, dass ein Großteil des russischen Marktes in die Hände ausländischer Konzerne gelangt, welche die russischen Hersteller verdrängen.




